Eintauchen in die französische Lebensart

Volles Programm für 29 Schüler des Maximilian-von-Montgelas - Gymnasium Vilsbiburg und ihre französischen Gastgeber

Vilsbiburg. Seit 2005 finden regelmäßig Schülerbegegnungen zwischen dem MMG Vilsbiburg und dem Collège Abel Didelet aus Estrées St. Denis statt.

Vor Kurzem wurden wieder 29 deutsche Schüler zusammen mit ihren Betreuern Alexander Krenn und Barbara von Luckwald begeistert von ihren französischen Austauschpartnern empfangen. Die freundschaftlichen Verbindungen werden durch den Bezirk Niederbayern gefördert, der eine Partnerschaft mit dem Department Oise in der Picardie unterhält.

 

Estrées St. Denis liegt unweit von Compiègne und nur 45 Autominuten von Paris entfernt. Damit waren schon zwei Programmpunkte festgelegt. Compiègne, die Partnerstadt von Landshut, besitzt nicht nur ein prächtiges Schloss, sondern lockte an jenem Wochenende mit einer Wein-und Käsemesse viele Besucher an. Einige Schüler und Schülerinnen erkundeten Paris, genossen zum Teil die herrliche Aussicht vom Eiffelturm oder tummelten sich im Disneyland. Weitere Städte wie Beauvais und Amiens mit ihren beeindruckenden Kathedralen sowie zahlreiche Burgen und malerische Orte machen den Reiz dieser Gegend aus.

 

Durch die Unterbringung in freundlichen Gastfamilien, die die vielgerühmte französische Gastfreundschaft zum Teil regelrecht zelebrierten, lernten die Jugendlichen die französische Lebensart kennen. Herrschte am Freitagabend kurz vor der Ankunft noch helle Aufregung, ob man sich wirklich in der Fremdsprache verständlich machen und in dem fremden Land zurechtfinden können würde, wuchs das Selbstbewusstsein von Tag zu Tag.


Dies war bereits am Montagmorgen, dem eigentlichen Start des Besuchsprogramms, deutlich erkennbar. Beim gemeinsamen Frühstück am Collège mischten sich Gastgeber und Gäste und genossen besonders die in der Schulkantine frisch zubereiteten Croissants und Gebäckstücke. Im Anschluss erhielten die Vilsbiburger vom Schulleiter einen ausführlichen Einblick in den französischen Schulbetrieb. Eine Schulführung, Unterrichtsbesuche in verschiedenen Fächern, ein gemeinsames Projekt oder eine Filmvorführung sind fester Bestandteil des Austauschprogramms auf beiden Seiten. Nicht nur für die Schüler, sondern auch für die begleitenden Lehrkräfte gibt es immer etwas Neues zu lernen. Mittlerweile bestehen nicht nur zu den beiden französischen Organisatorinnen Sylva Daizis und Agnès Lavillegrand enge freundschaftliche Kontakte. Viele französische und deutsche Kollegen freuen sich jedes Jahr auf ein Wiedersehen und einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Nach einem echt französischen Mittagessen, verbrachten alle zusammen den Nachmittag in Pierrefonds, einer von Anfang an als Museum konzipierten Schlossanlage, die auch als Kulisse für Filme und Fernsehserien dient.


Was wäre ein Besuch in Frankreich ohne einen Abstecher nach Paris? Von der Dachterrasse des Triumphbogens bot sich am Dienstagvormittag bei sommerlichen Temperaturen ein erster Blick auf die ganze Stadt. Ein Bummel über die weltberühmten Champs Elysées durfte nicht fehlen, bevor eine Bootsfahrt auf der Seine den Ausflug in die Hauptstadt abrundete. Einige nutzen hier bereits die Gelegenheit, Souvenirs oder Geschenke für die Daheimgebliebenen zu erwerben. Während die jungen Damen eher Kosmetika oder Kleidungsstücke kauften, warfen die Herren der Schöpfung lieber sehnsüchtige Blicke in die Ausstellungsräume verschiedener Autohersteller oder verbrachten ihre freie Zeit im Fanshop von Paris Saint Germain.


Nach überstandenem Abenteuer in der Großstadt, stürzten wir uns voller Begeisterung am Mittwoch in die Welt der Gallier. Im Asterixpark, einem riesigen Freizeitpark, in dem sich alle Attraktionen um den kleinen Gallier, seine Freunde und ihre „Lieblingsfeinde“ die Römer drehen, wurden sämtliche Achterbahnen, Wildwasserrutschen und weitere Fahrgeschäfte ausprobiert. Kurz vor der Heimfahrt tauschte man die klatschnassen Kleidungsstücke durch trockene aus, um anschließend die Souvenirläden am Ausgang unsicher zu machen.


Auch am letzten Tag blieb das Wetter sommerlich warm. Es ging nach Le Treport an die französische Atlantikküste. Der Zwischenstopp in Amiens, der Heimatstadt von Emmanuel und Brigitte Macron, hat bereits Tradition. Die französische First Lady ist eine geborene Trogneux und die berühmten „macarons d’Amiens“, die sich bei Touristen aus aller Welt großer Beliebtheit erfreuen, stammen aus der bekannten „chocolaterie“ ihrer Familie. Bei einer kleinen Führung durch die Kathedrale, erfuhren die erstaunten Schüler, dass die berühmte Kathedrale Notre-Dame de Paris zweimal in die Kathedrale von Amiens passen würde. Dann ging es weiter nach Le Treport, einen malerischen Fischerort mit beeindruckender Steilküste, wo man sich fangfrische Meeresfrüchte aller Art schmecken ließ oder sein großzügiges Lunchpaket am Strand verzehrte. Nach ein paar schönen Stunden am Meer, traten wir die Rückfahrt nach Estrées an, wo die Abschiedsparty, als krönender Abschluss der ereignisreichen Woche, auf uns wartete.


Am Freitagmorgen hieß es nach zahlreichen Umarmungen, den traditionellen „bises“ und heißen Abschiedstränen „au revoir“. Für viele ist es erfreulicherweise tatsächlich nur ein kurzer Abschied gewesen, denn in den Sommerferien werden einige Austauschpartner zum privaten Gegenbesuch in das Partnerland aufbrechen und ihre Freundschaft vertiefen. Gibt es einen schöneren Lohn für die Organisatoren und Betreuer dieses Schüleraustauschs?