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Theateraufführung "Das Herz eines Boxers"

Jugendlicher Draufgänger und Profiboxer im Ruhestand schließen Freundschaft

Am Freitag, dem 12. Juni 2026, konnten sich die Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe über besonderen Literaturunterricht freuen. Zur Vertiefung des Jahresstoffs ergänzte eine Aufführung des Jugendtheaterstückes „Das Herz eines Boxers“ von Lutz Hübner aus dem Jahr 1996 den regulären Unterricht, aufgeführt in der Mensa vom Theater „Spielzeit“ aus Landshut.
Der orientierungslose Jugendliche Jojo, gespielt von Yannick Zürcher, nimmt für einen vermeintlichen Freund eine Strafe auf sich und wird dazu verurteilt, Sozialstunden in einem Altenheim abzuleisten. Dort trifft er mit dem Bewohner Leo, dargestellt von Gernot Ostermann, zusammen. Aus anfänglicher Ablehnung entwickeln sich Vertrauen und freundschaftliche Zuneigung, da sich die beiden Protagonisten trotz des Altersunterschieds und der unterschiedlichen Lebenslagen mit Empathie und Verständnis begegnen und sie durchaus Ähnlichkeiten miteinander haben. Verletzt und enttäuscht von seinen Altersgenossen öffnet sich Jojo dem alten Mann und erkennt, dass auch dieser Wünsche, Träume und Bedürfnisse hat, also Mensch ist und als solcher wahrgenommen und behandelt werden will. Leo, frustriert vom Alter und der unwürdigen Behandlung durch das Pflegepersonal überdrüssig, lässt sich vom jugendlichen Leichtsinn Jojos anstecken, sodass sie einander helfen, am Ende die Freiheit zu erreichen.
Kurzweilig und mit behutsamen sprachlichen Anpassungen an die Jugendsprache 2026 brachten die Schauspieler die zeitlose Thematik des Stücks den Schülerinnen und Schüler näher. Während der 80 Minuten verfolgten die Jugendlichen die Aufführung gespannt und konnten aufgrund der vielfältigen Motive Berührungspunkte zu ihrem eigenen Leben erkennen. In den Gesprächen hinterher wurde klar, dass die Aufführung eine sinnvolle Ergänzung des Deutschunterrichts darstellt und den Realitätsbezug des Faches unterstreicht. Dankenswerterweise stellte der Kreisjugendring des Landkreises Landshut eine großzügige Förderung in Aussicht, sodass auch der Unkostenbeitrag für die Schülerinnen und Schüler in einem maßvollen Rahmen bleibt. (Fotos: Theater Spielzeit)

Alfred Hiergeist, Juni 2026