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Physik-Exkursion nach Garching

Hören mit  Strom und rutschen mit Neutronen

Am 17. Juli machten sich die Klassen 11B und 11C auf den Weg zu der im Physiklehrplan vorgesehenen außerunterrichtlichen Aktivität und besuchten die Technische Universität München (TUM) in Garching. Auf dem Programm standen Besuche von verschiedenen Forschungseinrichtungen, bei denen die Schülerinnen und Schüler faszinierende Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und moderne Technologien erhielten.

Im Munich Institute of Biomedical Engineering (MIBE) war das Mini-Synchrotron, ein kompakter Teilchenbeschleuniger, der extrem intensive Röntgenstrahlung erzeugt, besonders beeindruckend. Die Schüler bekamen nicht nur eine Einführung in die Funktionsweise des Geräts, sondern erfuhren auch, wie solche Technologien in der Praxis angewendet werden. Neben einem Überblick über die weiteren biomedizinischen Forschungsbereiche des MIBE war für die Schüler vor allem der Vortrag zur Erforschung von Cochlea-Implantaten, die Menschen mit Hörverlust helfen können, von besonderem Interesse. Das simulierte Hörerlebnis mit einem solchen Implantat wird den Schülern länger in Erinnerung bleiben.

Auch im Laserlabor von Attoworld Photonics erhielten die Schüler einen Einblick in die aktuelle Entwicklung in der Forschung. Hier werden mithilfe moderner Lasertechnologie extrem kurze Laserlichtpulse erzeugt, sogenannte Attosekundenpulse, die in der Laserdiagnostik zur Früherkennung von Krankheiten durch die Analyse eines Bluttropfensgenutzt werden.

Auch ein Besuch der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (HML) stand für einen Teil der Schüler auf dem Programm. Nach einer Sicherheitsüberprüfung (Flughafen lässt grüßen) konnten wir durch ein eigens dafür eingerichtetes Fenster das Reaktorbecken von oben bewundern. Die beiden Wissenschaftler, welche uns führten, erklärten ausführlich und gut verständlich den Aufbau und die Funktionsweise der Anlage. Bei der Kernspaltung von Uran-235 werden Neutronen frei, die für eine Vielzahl von Versuchen und Untersuchungen verwendet werden. Wir durften auch die große Experimentierhalle mit extrem viel aufgebauter Technik und den Strahlenschutzmauernbesichtigen. Dort befindet sich auch NEPOMUC, die weltweit stärkste Quelle für monoenergetische Positronen. Es werden dort also viele Antiteilchen zum Elektron produziert, welche nur eine einzige Energie aufweisen. Unter anderem wurden am HML die Sicherheit von Schweißnähten und die Entwicklungsstadien von Dinosaurier-Eiern untersucht. Ferner werden leicht radioaktive Stoffe für medizinische Zwecke hergestellt und Motorblöcke von Autos durchleuchtet.

Die Kombination aus Technik, Medizin und Forschung begeisterte viele der Teilnehmenden und eröffnete neue Perspektiven auf mögliche Studien- und Berufswege. Und dank der Parabelrutsche im Gebäude für Mathematik und Informatik kamen auch Bewegung und Spaß nicht zu kurz.

HOIH, KARL (Juli 2025)